Kennen Sie das eigentlich auch? Wenn man mit seinem Gartenbauprojekt "im Prinzip" fertig ist, dann dauert es immer noch ganz schön lange, bis man wirklich fertig ist.
Die Terrassensteine sind verlegt und verfugt; auch die Blumenbeete, die Kräuterspirale und der Teich sind gebaut und bepflanzt; der Unterstand für das Kaminholz ist bis auf den Kiesboden und die Kantensteine fertig und der Pavillion zum selber aufbauen geliefert. Eigentlich sind wir mit dem großen Teilprojekten unseres "Traumgartens" fertig. Wenn da nicht noch die Kantensteine wären, die noch unter dem Unterstand gesetzt werden müssten, die Garagenwand, die - jetzt wo alles andere schön ist - gestrichen werden sollte, das Kaminholz, das noch gestapelt werden muss; wenn nicht noch der Rollrasen vor der Terrasse verlegt und der Altrasen noch kultiviert werden müssten; das Stromkabel und der Wasseranschluss, die noch verlegt und angeschlossen werden wollen und der ganze Restmüll noch entsorgt werden müsste, bevor die Gartenbau-Abschlussparty dann am Sonntag gefeiert werden kann. Dies führt uns zu folgenden, vielleicht allgemein gültigen Schlussfolgerungen bzw. bitteren Erkenntnissen: Erstens: Wenn man das Gefühl hat, man ist eigentlich fertig, dauert der Feinschliff in der Endphase immer noch ganz schön lange und ist anstrengend. Zweitens: Jedes größere Projekt zieht immer auch noch kleinere Folgeprojekte nach sich, die man am Anfang nicht auf dem Arbeitsplan (und in der Budgetplanung) hat, die aber dann plötzlich doch notwendig werden, weil sonst z.B. das neue harmonische Gesamtbild gestört wird/wirkt (in unserem Fall: Garagenwand neu streichen, Balkonbrüstung neu machen). Drittens: Ein Gartenprojekt ist kein Projekt (ein Projekt hat per Definition immer einen Anfang und ein Ende); ein Gartenprojekt ist ein lebenslanger Prozess, sprich: es gibt immer etwas zu tun. Gerade deshalb sollte man aber auch das Genießen desselben nicht vergessen.
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